Diskurse angesichts des Bösen - Transformationen der Theodizeefrage

Ein interdisziplinäres Netzwerk für
Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler

Gelungene Eröffnung

Die "Diskurse angesichts des Bösen" sind eröffnet. Die Ankündigung des Netzwerks im November 2005 fand ein breites Echo. Über vierzig junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bekundeten ihr Interesse, über die Theodizeefrage künftig nicht mehr nur allein nachzudenken. Elf von ihnen trafen sich vom 24. bis zum 26. März 2006 auf der Burg Rothenfels um aus der Idee eine Wirklichkeit werden zu lassen.



Themenvielfalt der Einzelprojekte

In einer ersten Arbeitsphase hatten die Teilnehmer Gelegenheit ihre je eigenen Projekte zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Die Vielfältigkeit der Themen war beeindruckend: Neben einer Analyse von Predigten nach der Tsunami-Katastrophe 2004, steht ein Konzept zur philosophischen Strukturierung theodizeerelavanter Fragestellungen. Während die eine zeigen möchte, wie das Erste Henochbuch die Unverständlichkeit der Welt zu bändigen sucht, ist der andere der Theodizeefrage in der Lebens- und Vorstellungswelt von Jugendlichen auf der Spur.

Die Fächergrenzen waren schnell überschritten: Philosophie und Theologie, Exegese und Systematik und interreligiöse Forschungen bereicherten sich gegenseitig, indem sie sich nicht selten irritierten. Da war es nicht zuletzt auch schwer, die Diskussionen in die notwendigen zeitlichen Schranken zu weisen.

Schließlich gelang noch die Aufstellung einiger systematischer Thesen zur Vereinbarkeit der neuzeitlichen Theodizeefrage mit den Gotteszeugnissen der Bibel. Die Ansichten dazu erwiesen sich als kontrovers.

Zwischendurch: Kunst

Einen anregenden Kontrapunkt zu den wissenschaftlichen Debatten bildete ein Besuch in Würzburg. Durch seinen Leiter, Herrn Dr. Jürgen Lenssen, wurden wir durch das Museum am Dom Würzburg geführt. So erhielten wir einen facettenreichen Einblick in die vielfältigen Formen, in denen sich Künstler seit Jahrhunderten mit der Frage des Leidens befassen.

Zukunft

Das nächste Treffen findet vom 17. bis 19. November 2006 auf Burg Rothenfels statt. Hier soll es erneut um die Konzepte und Fragen der Mitglieder des Netzwerks gehen. (Anmeldeformular).

Über den Tellerrand schauen

Um uns mittelfristig nicht nur mit den eigenen Entwürfen zu befassen, sollen auch ReferentInnen zu Wort kommen, die Interessantes zu den "Diskursen angesichts des Bösen" beitragen können. Geplant sind Vorträge vor den Mitgliedern des Netzwerks und einer interessierten Öffentlichkeit.

Ab 2007 ist folgende Struktur für das Projekt vorgesehen: Die Tagungen sollen einmal jährlich stattfinden und aus zwei Teilen bestehen: Donnerstagabend bis Freitagnachmittag steht für die Vorstellung und Diskussion eigener Forschungsprojekte zur Verfügung. Am Freitagabend beginnt dann eine bis zum Sonntagmittag dauernde öffentliche Tagung mit auswärtigen Referenten. Mitglieder des Netzwerks werden an der Vorbereitung und Durchführung dieser Tagung beteiligt sein

Internet-Präsenz

Kern des Projekts sollen die persönlichen Begegnungen und Diskussionen bleiben. Doch damit der Austausch zwischen den Mitgliedern des Netzwerks nicht auf die jährlichen Treffen beschränkt bleibt, wird auf der Internet-Plattform ein Diskussionsforum aufgebaut, die aus zwei getrennten Bereichen besteht:

Öffentlicher Bereich: Hier finden sich nicht nur aktuelle Neuigkeiten, sondern auch die Tagungs-Einladungen und Hinweise auf interessante Websites zu unserer Thematik. Auch Informationen über die Leiter und Mitglieder des Netzwerks sind hier abrufbar. Wer möchte, kann hier auch eine Kurzskizze seiner aktuellen Arbeitsprojekte der Öffentlichkeit präsentieren.

Passwortgeschützter Bereich: Hier ist Raum für die ausführlichere Vorstellung und Diskussion von Projekten. Zu diesem Bereich werden nur die Mitglieder des Netzwerkes Zugang haben. So können wir wirksam verhindern, dass Ideen "gestohlen" werden.


Das Netzwerk lebt von seinen Mitgliedern. Deshalb hoffen wir als Organisatoren auf eine rege Beteiligung an der Internet-Präsenz wie an den Tagungen. Vor allem sind wir für Personen und Hinweise dankbar, die unsere Diskurse über die Grenzen der Theologie hinaustragen.


Klaus Bieberstein - Michael Bongardt - Walter Lesch



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Letzter Stand dieser Seite: 18. Dezember 2006
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