Diskurse angesichts des Bösen - Transformationen der Theodizeefrage

Ein interdisziplinäres Netzwerk für
Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler

Über das Projekt

Hartnäckig fragen Menschen nach dem Ursprung wie nach dem Sinn des Leidens und des Bösen in der Welt. Noch hartnäckiger aber widersetzt sich die Erfahrung solcher Negativität ihren Deutungen. Wo immer Menschen an einen Gott glauben, dem sie Allmacht und Liebe zusprechen, wird das Fragen angesichts des Leids zur Theodizeefrage: Wie können Gott und der Glaube an ihn gerechtfertigt werden angesichts des in der Welt vorzufindenden Zustands?

Der Philosoph Hans Blumenberg hat überzeugend die These vertreten, dass dieses Problem nicht allein Gläubige und Theologen beschäftigt. Vielmehr sah er in ihm den eigentlichen Motor des philosophischen Denkens. Die Frage nach dem Bösen stellt sich in den verschiedensten Zusammenhängen und Lebensbereichen. So verliert das Ringen um sie auch nicht an Kraft in einer Zeit, in der die biblische und christliche Tradition an Akzeptanz und Bedeutung zu verlieren scheint. In Philosophie und Literatur, in Soziologie und Politikwissenschaft, aber auch in Verhaltensforschung, Erziehungswissenschaft und Neurowissenschaften wird immer wieder nach Antworten gesucht.

"Diskurse angesichts des Bösen - Transformationen der Theodizeefrage"

Das Projekt bringt junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler miteinander ins Gespräch, die sich mit der Frage nach dem Bösen, seinen Ursprüngen, seiner Deutung oder Überwindung befassen. Zur Teilnahme eingeladen sind alle, die in welcher Disziplin auch immer, an einer Promotion, Habilitation, einem vergleichbaren Forschungsprojekt oder auf einer Juniorprofessur arbeiten.

Dabei ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Netzwerks nicht an einen Wechsel der Doktormütter oder -väter gedacht. Auch wollen und können wir keine Alternative zu fachspezifischen Oberseminaren bieten. Vielmehr möchten wir eine interdisziplinäre Vernetzung von jungen WissenschaftlerInnen herstellen, die in unterschiedlichen Fachgebieten an gemeinsamen formalen Fragen arbeiten. Auf diese Weise soll ein sich gegenseitig provozierender und befruchtender Austausch ermöglicht werden.

Unser gemeinsames Arbeiten soll sich im Wesentlichen auf ein bis zwei Forschungskolloquien pro Jahr stützen. Darin werden die eigenen Projekte vorgestellt und diskutiert. Soweit möglich sollen auch Fachleute eingeladen werden, die zum Thema einen bedeutenden Beitrag geleistet haben. Die Projektleiter werden sich um die Förderung des Projekts durch eine Stiftung bemühen, um eine preiswerte oder kostenlose Teilnahme an den Kolloquien zu ermöglichen.

Initiiert und geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Klaus Bieberstein, Professor für Alttestamentliche Wissenschaften der Universität Bamberg, Prof. Dr. Michael Bongardt, Professor für Vergleichende Ethik an der Freien Universität Berlin, und Prof. Dr. Walter Lesch, Professor für Philosophie und theologische Ethik an der Université catholique in Louvain-la-Neuve.

Interessenten melden sich bitte per Email bei einem der Projektleiter bzw. schicken uns ihre Anmeldung.

Prof. Dr. Klaus Bieberstein
Universität Bamberg
Prof. Dr. Michael Bongardt
Freie Universität Berlin
Prof. Dr. Walter Lesch
Université catholique de Louvain

Bei Fragen und Anregungen bitte Mail an Webmaster
Letzter Stand dieser Seite: 18. Dezember 2006
Und zu guter Letzt: Impressum und Haftungsausschluß

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